In meinen strategischen Workshops erlebe ich es immer wieder: Im Raum sitzen zwei Gruppen von Menschen. Beide wollen das Beste für ihr Unternehmen, aber sie schauen ganz unterschiedlich auf Social Media.
Gruppe 1: Die, die Chancen sehen
- sehen Chancen im Social-Media-Auftritt und haben sofort Ideen
- arbeiten mit dem, was schon vorhanden ist
- freuen sich über jede Person aus dem Team, die bereit ist, vor der Kamera zu stehen
Gruppe 2: Die, die vor allem Herausforderungen sehen
- sehen vor allem den Aufwand und die Hürden
- vergleichen sich mit den großen Marken
- glauben, dass es nicht funktioniert, weil nicht alle mitmachen wollen
Meine Meinung dazu: Jede dieser Sichtweisen ist berechtigt. Gruppe 2 bremst nicht, sie stellt die Fragen, die sowieso irgendwann auf den Tisch kommen. Meine Aufgabe im Workshop ist es, genau diese Gruppe abzuholen und mit den Ideen von Gruppe 1 neue Perspektiven zu schaffen.
Diese drei Bedenken höre ich dabei am häufigsten. Und so antworte ich darauf.
1. „Wir sehen nur die Herausforderungen.“
Ja, gerade am Anfang kommt vieles auf einmal: Welche Plattform? Welche Themen? Wer macht was und wann soll das alles passieren? Das kann einen erst mal erschlagen.
Deshalb fangen wir nicht mit dem ersten Post an, sondern mit einem Plan. Wir legen fest, was zuerst kommt und was warten kann. Wer Schritt für Schritt vorgeht, merkt schnell: Social Media ist kein riesiger Berg, sondern eine Reihe kleiner, machbarer Aufgaben.
2. „Wir können mit großen Unternehmen doch gar nicht mithalten.“
Müsst ihr auch nicht. Es müssen nicht immer Hochglanz-Videos mit großem Team sein. Echte Einblicke, mit dem Smartphone gefilmt, wirken oft sogar besser, weil sie nahbar sind.
Wichtig ist etwas anderes: die richtigen Menschen zu erreichen und zu zeigen, was dein Unternehmen besonders macht. Ein mittelständischer Betrieb aus der Region braucht keine Millionen Follower. Er braucht die passenden Bewerberinnen und Bewerber, Kunden und Partner. Die Followerzahl ist deshalb nicht die wichtigste Kennzahl. Viel wichtiger sind die Anfragen, Bewerbungen und Gespräche, die aus deinen Beiträgen entstehen.
3. „Das funktioniert nicht, weil nicht alle mitmachen wollen.“
Das ist völlig okay. Jeder Mensch hat seine eigene Grenze und Einstellung zu Social Media, und die respektieren wir.
Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die nicht vor die Kamera möchten, aber gerne filmen, Ideen sammeln oder Themen aus dem Arbeitsalltag liefern. Im Workshop schauen wir deshalb gemeinsam, wer für welche Aufgabe geeignet ist.
Dabei reicht es, wenn eine Handvoll Menschen bereit ist, sich zu zeigen. Oft werden es mit der Zeit mehr, wenn die anderen sehen, wie gut die ersten Beiträge ankommen. Wie schnell auch Kamerascheue dabei über sich hinauswachsen, habe ich bei einem Dreh mit vier Azubis erlebt.
Mein Fazit
Ein Workshop ist dann gut, wenn am Ende beide Gruppen mit dem Gefühl rausgehen: Das schaffen wir. Die Begeisterten bekommen eine Struktur, die Skeptischen bekommen Antworten. Und das Unternehmen hat einen Plan, mit dem es direkt loslegen kann.
Kommt dir das aus deinem Team bekannt vor?
